Wer mich kennt der weiß, ich bin ein großer Fußballfreund. Seit ich denken kann bin ich bedingungsloser Anhänger der einzig wahren Borussia aus Dortmund. Früh hat mir mein acht Jahre älterer Bruder die schwarzgelbe DNA erfolgreich eingeimpft. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn ich durfte in den vergangenen 25 Jahren viele Höhen und Tiefen mit diesem einzigartigen Verein erleben.

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Wenn ich an die ersten Erinnerungen denke, die ich an den BVB habe, so kommen mir hauptsächlich der Besuch eines Spiels gegen 1860 München (der BVB verlor damals) sowie der selbst gebastelte Champions League Pokal meines Bruders zum Finale 1997 (der BVB gewann damals) dunkel in den Sinn. Bei besagtem Finale war ich noch nicht ganz sechs Jahre alt.

Nach dieser Einleitung besteht natürlich die Gefahr, den ein oder anderen Leser bereits früh zu verlieren. Völlig unberechtigt, wie ich finde.

Solltest du es trotzdem bis hierher geschafft haben, so sei dir versprochen, im weiteren Verlauf dieses Artikels spielt mein Lieblingsverein (leider) keine große Rolle mehr. Als Einstimmung auf einen kleinen Exkurs zu meinen ersten eigenen Erlebnissen auf dem grünen Rasen schien es mir jedoch durchaus passend.

Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser – Franz Beckenbauer

Dieser Blog wird in Zukunft kein reiner Business Blog sein. Ich möchte über alles Schreiben, was mich bewegt, interessiert oder nachdenklich stimmt, dazu mischen sich dann Artikel zu Themen wie e-Commerce, Entrepreneurship oder Selbstoptimierung. Heute beginne ich die kleine Transformation meines Blogs also mit einem meiner Lieblingshobbies und möchte den Beitrag auch mit ein paar Gedanken zur persönlichen Weiterentwicklung verknüpfen.

Meine Eltern haben früh versucht, mich auch für das Fußballspielen in einem nahegelegenen Verein zu begeistern. Beim ersten Training auf einem klassischen Ruhrgebiets-Bolzplatz mit feinstem Rotaschebelag, fiel mir scheinbar das blutige Knie eines anderen Kindes ins Auge und sorgte prompt dafür, dass ich mich der weiteren Trainingsteilnahme verweigerte. So wird mir zumindest erzählt, ganz abwegig scheint es nicht 😉

So kam es also, dass ich in meiner Jugend zwar unglaublich gern mit Freunden Fußball spielte, jedoch nie in einem Verein oder gar auf dem Großfeld aktiv war.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende – Demokrit

Wie kommt es nun, dass ich zwar großer Fußballfan und Freizeitkicker war, jedoch auch später nie den Schritt in einen lokalen Verein gemacht habe?

Ich versuche ehrlich mit mir zu sein. Gut erinnere ich mich an die großen Hallenturniere, die unsere Schule einmal im Jahr ausrichtete. Eine Woche dauerte der Spaß und die ganze Schule nahm Teil, mehr als 30 Teams. In der Sporthalle wurden Tribünen aufgebaut und zum Finaltag kam Weltmeister Olaf Thon.

Olaf Thon (WM 1990)

Olaf Thon (WM 1990)

Zu dieser Zeit war ich in der elften oder zwölften Klasse und auch wir nahmen teil. Obwohl ich eigentlich wusste, dass es genug Spieler gibt, die noch weniger Talent mitbrachten als ich, hatte ich nicht den Mut für meine Klasse aufzulaufen. Letztendlich feuerte ich meine Klasse von draußen an und ärgere mich heute sehr darüber.

Heute verstehe ich meine damalige Einstellung nicht mehr und würde es gern anders machen. Das wurde mich inzwischen klar und ich habe mich entschieden etwas daran zu ändern.

Als ich im Sommer 2015 nach Bayern zog, fand ich natürlich zunächst bei Arbeitskollegen Anschluss und kam damit super zurecht. Ich begann außerdem mich eher unregelmäßig ins Fitnessstudio zu schleppen um fit zu werden und mehr Sport zu treiben. Wie sich schon andeutet, war das alles zwar ein Anfang, aber eben doch noch nicht ganz rund.

Immer öfter machte ich mir Gedanken darüber, mich nun endlich einem regionalen Verein anzuschließen und mein Glück zu versuchen. Jedoch fand ich nichts, was mich wirklich überzeugte oder zu sich zeitlich mit meiner Arbeit vereinen ließ.

Bis ich Mitte April einen Aushang am S-Bahnhof las. Eine Freizeitliga-Mannschaft aus der Royal Bavarian Liga (größte Freizeitliga Deutschlands) suchte dringen neue Spieler. Es sollte um Spaß am Fußball und an der Gemeinschaft gehen, für Verbissenheit, Unfairness oder Fremdenfeindlichkeit war kein Platz. Es klang perfekt und ich schickte noch am gleichen Tag eine E-Mail hin.

Wenig später war mit Teammanager Victor alles völlig unkompliziert geklärt. Ich nahm an einem Training teil und am 15.05. war es dann soweit, mein erster Einsatz auf einem Großfeld stand an.

Ein Sonntag im Mai

Es herrschte bestes Fußballwetter und es ging los in Richtung Fußballplatz. Uns erwartete ein perfekter Rasen und schon ging es ans Aufwärmen.

Das Spiel ging los und nach einer halben Stunde war es soweit, meine Einwechslung stand an und ich will nicht verstecken, dass ich echt nervös und voll motiviert war. Ich sollte im defensiven Mittelfeld beginnen.

Wenig überraschend fehlte mir durchaus die Orientierung auf dem großen Rasen und es gab nicht viele Szenen mit meiner Beteiligung. Aber egal, ich hatte es durchgezogen und mich endlich dazu durchgerungen.

Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl – Andy Möller

Immer im Einsatz ;-)

Immer im Einsatz 😉

Am vergangenen Sonntag fand dann schon der letzte Spieltag in dieser Saison statt. Das Wetter war erneut klasse. Wir haben verloren, aber das ist eigentlich unwichtig. Wie gesagt, es geht um Spaß am Fußball.

Über den Sommer hinweg stand ich inzwischen 12 Mal auf dem Platz. Für mich ist es der perfekte Ausgleich und es macht unglaublichen Spaß mit unserem klasse Team zu trainieren und auf dem Platz zu kämpfen.

Ich kann jedem nur eines raten:

Wenn du auf etwas Lust hast, dann überwinde die Angst oder die Zurückhaltung und mach es einfach. Egal worum es geht.

Du kannst nichts verlieren! Im schlimmste Fall bist du um eine Erfahrung reicher. Mich hat es zu vielen neuen Freunden und dem perfekten Ausgleich zu meinem Job gebracht.

Ich freue mich auf viele weitere Spiele mit den Jungs vom FC Hau Danehm.

Am dritten Advent veranstalten wir übrigens ein Hallenturnier in Erding. Dort sammeln wir auch Spenden für den Lachen-helfen e.V. Ich werde sicherlich berichten.

Über Feedback zu meinem Artikel freue ich mich wie immer!

Viele Grüße und bis bald

Julian


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